#9: damn good yoga (Hamburg)

damn good yoga hamburg

Während Uli in Berlin eine Grippe auskurierte, hat Dana ein Wochenende in Hamburg verbracht, wo sie früher studiert und gearbeitet hat. Geht natürlich nicht ohne Yoga. Ein Alleingang.

Dana, erzähl uns von deinem Tag. Was hat dich beschäftigt?
Zum Glück nicht besonders viel. Ich habe heute Nacht eine Schicht in der Bar gearbeitet und bis zwölf Uhr geschlafen. Ich bin gerade in Hamburg, um eine Freundin zu sehen, die nach Bombay zieht. Wir sehen uns heute Abend das letzte Mal… bis ich sie besuche. Der ganze Tag sollte uns gehören, doch sie kann jetzt erst am Abend, weil etwas dazwischenkam. Ich habe mich auf dem Sofa in „meiner“ alten Wohnung eingenistet und trinke literweise Tee. Zwischendurch eine Limo. Und genieße, dass mich sonst nichts beschäftigt hat heute.

Wo habt ihr heute Yoga gemacht?
„Ihr“ ist heute „ich“. Ja, Uli ist leider nicht dabei. Sie war noch nie in Hamburg dabei. Liebe Uli, es wird Zeit, dass du mitkommst. Wir hätten eine unglaubliche Zeit zusammen hier. Zum Yoga bin ich heute zu damn good yoga. Das Happy Mind Magazine (auch aus Hamburg, hey hier geht ja doch einiges in Sachen Yoga!) hat mich auf Nadines Stunden gebracht. Normalerweise gehe ich zu Monkeymind in Hamburg. Diesmal wollte ich ein neues Studio probieren und die Stunde um 16:30 passt perfekt. „Dynamisch, tänzerisch“ … so die Beschreibung auf Nadines Seite. Das hat mich neugierig gemacht.

Beschreibe die Stunde.
Der Raum ist klein und simpel. Die Boxen stehen auf dem Boden bereit – das fand ich auf Anhieb gut. Nadine hat alle Teilnehmer sehr nett begrüßt. Zu Beginn haben wir uns alle kurz vorgestellt. Familiär und vertraut. Neben mir war nur eine andere junge Frau zum ersten Mal in ihrer Stunde. Bevor wir anfingen erklärte Nadine, warum sie die Stunde so gestaltet hat: Es wird Winter – wir werden faul. Das macht Trübsinn eigentlich nur noch größer und deshalb heizt sie uns jetzt ein wenig ein. Die Energie ankurbeln und den Core (Körpermitte) anheizen. Alle sind etwas zusammengezuckt. Bauchübungen mag ja niemand. Außer mir. Ich war genau am richtigen Ort. Wir fingen mit Sonnengrüßen an, die eindeutig auf den Bauch getrimmt waren. Knie zur Stirn, dreibeiniger Hund und zurück. Viele Male – hallo Core. Den vollständigen Sonnengruß kannte ich so noch nicht. „Peaceful Warrior“ nennt sie den „Reverse Warrior“ und der wurde mit Drehung in die Sequenz eingefügt. Ich musste gut aufpassen, um die Folge mitzubekommen. Nach ein paar Runden hatte ich dann ihren Dreh raus. Es gab einige Asana-Variationen, die neu für mich waren. Begleitet wurde das ganze von ziemlich gutem Hip Hop. Ja. Ich fands super.

Wie würdest du die Menschen beschreiben, die im Kurs waren?
Es waren acht Frauen anwesend. Zwischen 20 und 35. Nur eine war absoluter Yoga-Neuling. Sie wartete einige Male in der Kindhaltung, „Balasana“, stieg aber immer wieder ein. Wie bei vielen Beginnern war sie überrascht von der Intensität in den Armen und im Bauch. Die Gruppe war insgesamt interessiert an Nadines Unterricht und Methode. Ein schönes Gefühl, wenn alle gut zuhören.

Wie würdest du den/die Lehrer/in beschreiben?
Nadine hat ihre Ausbildung bei Power Yoga Germany in Hamburg gemacht. Ein anerkanntes Studio. Ich war schon in den regulären Stunden dort und merke an ihrem Unterricht den Einfluss. Sie wirkte selbstbewusst in der Stunde. Bei den Teilnehmern, die sie kannte, korrigierte sie mehr als bei mir.

Was gefiel dir, was nicht?
Die Musik war großartig. Ich habe gespürt, dass das absolut ihre Musik ist und sie sich wohl fühlt dazu zu unterrichten. Obwohl ich privat selten bis nie Hip Hop höre, war es in dem Moment richtig.

Mir gefiel nicht, dass sie kein Wort über den Atem verlor. Ich atme von alleine und weiß auch welche Atmung wann kommt, aber trotzdem kriechen ab und zu ein paar ablenkende Gedanken hoch und dann kommt mir ein Lehrer mit „einatmen, ausatmen“ sehr entgegen. Ich habe mich auch gefragt, ob sie Ujjayi-Atem (eine Atmungsweise, bei der ein Geräusch wie Meeresrauschen entsteht, der so genannte „siegreiche Atem“, der im Power Yoga häufig verwendet wird) voraussetzt oder eher nicht.

Wo bist du an deine Grenzen gegangen?
Ich musste ziemlich aufpassen, welcher Krieger gerade dran ist, weil ich die Sequenz nicht kannte.

Dein Asana des Tages?
„Oh my God Asana“ – stehende Vorbeuge mit gekreuzten Beinen und nach oben gestreckten Armen. Hallo Oberschenkel!

IMG_8537Welcher Gedanke hat dich abgelenkt?
Ob mein Ujjayi-Atem die anderen irritiert. Ich war die einzige, die laut geatmet hat.

Was hast du über Yoga dazugelernt?
Wenn ich offen bin, kann ich mich davon entfernen, die Praxis als „meine“ anzusehen und einfach praktizieren. Besitzergreifend sein, im Sinne von „ich will jetzt aber meinen Kopfstand“ kann ich auch noch später.

Was hast du über dich gelernt?
Ich bin sehr neugierig wenn Neulinge in einer Stunde sind und bin dann fast aufgeregter als sie. Ich wünsche mir dann, dass wenigstens ein Bruchteil der Gefühle bei ihnen ankommt. Absurd, ich weiß, aber wenn jemand sich in der Praxis ein Stück öffnet, fühle ich mich beschenkt.

Was hast du über Uli gelernt?
Dass sie mir in Hamburg fehlt.

Worüber habt ihr danach gesprochen?
Ich habe Nadine ein paar Fragen zu ihren Erfahrungen gestellt. Sie war auch schon bei einigen Berliner Studios. Außerdem habe ich mich für ihre Ausbildung interessiert.

Welche Frage/n stellst du dir gerade?
Wie lange brauche ich nach Winterhude (hier treffe ich meine Freundin)?

Möchtest du noch etwas sagen?
Besonders nach dieser Stunde habe ich gemerkt, wie sehr ich zuhause bin, wenn ich Yoga machen kann. Klar, Hamburg kenne ich sehr gut. Aber auch unter Fremden kann ich durch das „nach innen ausrichten“ einfach im Moment zuhause sein. Was für ein Schatz. Ein paar Bekannte und Freunde haben mich auf diesen Blog angesprochen und auf die vielen Bilder etc… ich freue mich über die Sichtbarkeit. Einige haben mich auch gefragt, was es mit Yoga auf sich hat. Ich denke jedes Mal aufs Neue darüber nach und die Antwort fällt immer anders aus – je nach Person mit der ich spreche. Das soll nicht manipulativ sein – ich kann in dem Moment nicht anders denken und versuche auf die Frage direkt in Verbindung zu der Person zu antworten.

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Yogalehrerin Nadine

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