Sanskrit: das Yoga der Sprache

sanskrit workshop

In vielen Yogaklassen werden Sanskrit-Worte benutzt: seien es Bezeichnungen von Asanas oder in Form von Mantren, die gesungen werden. Oft wird auch Musik gespielt, bei der auf Sanskrit gesungen wird. Viele praktizieren jahrelang Yoga und wissen wenig über die älteste (!) Sprache der Welt. Wir haben das mal zum Anlass genommen, um Moritz Ulrich, Co-Direktor der Jivamukti Yoga School – Peace Yoga Berlin und Advanced Jivamukti Lehrer, einige Fragen dazu zu stellen.

Moritz Ulrich

Wie und wo hast du mit Sanskritlernen angefangen?
Als ich anfing mich mit Yoga zu beschäftigen, interessierte mich vor allem das Esoterische und Philosophische. Dazu gehörten auch die damals noch exotisch lautenden Asana Namen. Ich begann damit, die Asana Namen und die Bedeutungen aus der ersten Serie des Ashtanga Yoga zu lernen. Außerdem liebte ich das Singen von Mantra und Kirtan und war begeistert von der Wirkung ihres Klanges.

Gibt es Menschen, die die Sprache heute noch sprechen?
Es gibt Vereinigungen, die die Sprache am Leben erhalten wollen und sich treffen, um sich auf Sanskrit zu unterhalten. Ob es tatsächlich noch Menschen gibt, die sich einfach so auf Sanskrit unterhalten, weiß ich nicht sicher. Es heißt, in einem kleinen indischen Dorf wird es noch gesprochen.  

Es wird oft gesagt, dass sich durch das Sprechen von Sanskrit die Bedeutung des Wortes offenbart… was genau heißt das?
Die Bedeutung eines Sanskrit-Wortes liegt in seinem Klang, also in seiner Schwingung. Hören wir diese Vibrationen, wird uns die Bedeutung im Laufe der Zeit klar werden, ohne dass wir eine genaue Übersetzung haben. Auf dieses Konzept zu vertrauen fällt uns in der heutigen Zeit aber schwer, da wir es verlernt haben, wirklich zu zuhören. Lieber schlagen wir das Wort schnell nach und finden so seine Bedeutung heraus.

Warum benutzen wir Sanskrit Namen beim Yoga Asana üben?
Gerade weil im Klang der Sanksrit-Worte so viel Kraft liegt, ist auch die energetische Form der Asana in ihnen enthalten. Wenn wir als Schüler die Vibrationen hören, kann sich unser feinstofflicher Körper bereits darauf einschwingen, auch wenn wir nicht genau wissen, welche grobstoffliche Form damit gemeint ist.

Sollte man Asana Namen als Yogalehrer auch in Sanskrit sagen, wenn man weiß dass viele sie nicht verstehen?
Ja, unbedingt! Erstmal werden die Schüler es nur lernen, wenn wir es als Lehrer auch benutzen. Außerdem ist die Arbeit mit Klang und Vibration das Herzstück des Hatha Yoga. Diese in der Asanapraxis wegzulassen, halte ich nicht für sinnvoll. Außerdem hilft es als Lehrer beim Unterrichten, denn das Aussprechen des Sanskrit Namens unterstützt den Lehrer, die richtige innere Haltung einzunehmen und so das gesamte Potenzial der Asana zu vermitteln.

Benutzt du Eselsbrücken, um dir Wörter oder ihre Bedeutung zu merken?
Ich liebe Eselsbrücken, aber beim Sanksrit ehrlich gesagt nicht. Hier ist es wichtig, die Worte immer wieder auszusprechen oder zu singen, am besten immer dann wenn man z.B. gerade in der jeweiligen Asana ist; so verbindet sich das Feinstoffliche mit dem Grobstofflichen.

Wie geht man an die Interpretation eines Mantra heran?
Zuerst sollte man das Mantra singen, immer und immer wieder. Das ist der wichtigste Teil. Eventuell mit einer CD, wenn man sich wohler dabei fühlt. Im nächsten Schritt ist es hilfreich, erst einmal Wort-für-Wort-Übersetzungen zu finden. Erst zum Schluss sollte man freiere Interpretationen des Mantra lesen. Am besten von verschiedenen Autoren. Schließlich kann man Verbindungen und Gemeinsamkeiten in den verschiedenen Übersetzungen finden oder seine ganz eigene Wortwahl entstehen lassen.  

Danke, Moritz! Wir sind gespannt.

 

Hat dich auch die Neugier gepackt? Am Sonntag, den 13.03.16 gibt Moritz einen Sanskrit Intro Workshop (11:30 – 14:30 h), bei dem er das Alphabet und die Aussprache näher erklärt. Der Workshop ist auch für absolute Einsteiger geeignet.

Wir sind dabei und freuen uns, einen Platz verlosen zu dürfen. Was du dafür tun musst? Hinterlasse einfach einen Kommentar hier oder unter unserem Facebook Post mit deinem liebsten Sanskrit-Wort oder Mantra und warum du dieses wählst. PS: “Om” ist auch ein Wort 😉

Der/die Gewinner/in wird am Freitag, den 11.03.16 per eMail oder Facebook Nachricht benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

8 Kommentare

  1. Triang Mukhaipada Paschimottanasana ist mein Favorit 🙂 Namaste. Liebe Grüße! Louisa

  2. Ich habe eine Liebe für die Sprache des Sanskrits entwickelt, für mich hat sie etwas verwunschenes und geheimnisvolles. Deshalb mag ich auch viele Sanskrit-Worte oder Mantras, aber das OM ist besonders. Es ist so kraftvoll. Alleine wegen der Tatsache, dass es aus den drei Buchstaben A,U und M besteht. Aus mathematischer Perspektive eigentlich gar nicht möglich, da Zwei nicht kongruent ist zu Drei, aber aus philosophischer oder spiritueller wohl schon. In unserem Universum scheint so wie so so einiges möglich zu sein, wenn man sich seiner Kraft hingibt… Liebst, ich.

  3. Sehr interessant! Viele viele Fragen geklärt… Jetzt muss ich es nur noch selber lernen 🙂

  4. Om Gum Ganapatayei Namah
    I bow to the elephant-faced deity who is capable of removing all obstacles. I pray for blessings and protection.
    😉

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