Was du aus dem Yoga für deinen Beruf lernst… – Teil 1

Yoga & Beruf

Yoga & Beruf haben viel miteinander zu tun. Brian Kest sagt: “Don’t bring your shit to yoga and turn yoga into shit.”Was er damit meint: die Yogapraxis ist kein Ort, an dem du deine Probleme bewältigst und aushandelst. Denken verursacht nur weiteres Denken und bringt dich tiefer in die Spirale aus … Denken. Vielmehr lernst du durch Yogapraxis, deinen “Shit” besser in den Griff zu kriegen. Was kannst du aus deiner Praxis mitnehmen und im Alltag – insbesondere Beruf – anwenden? Ein Zweiteiler.

„Mind. Your own Business.“ (Sharon Gannon)

Ein Satz, der mich in meinem Teacher-Training geprägt hat. Während der Praxis denkst du meistens nicht so sehr über die Meinung der anderen nach, oder? (Wenn ja, dann hör jetzt damit auf.) Fakt ist: Was im Kopf deines Nachbarn oder Kollegen passiert, kannst du nie mit Sicherheit wissen und es wird sich immer verändern. Wenn du also Probleme hast, denke dir nicht aus, was andere denken, sondern frage sie und stelle ganz klar, was deine Bedürfnisse sind. Konzentriere dich aufs Wesentliche: die Beziehung zum Gegenüber. Dadurch kannst du in beruflichen Situationen souverän und selbstsicher bleiben.

Kommunikation & Bewusstheit

In der Yogaklasse musst du nicht viel nach außen kommunizieren. Zum Glück. Du bist ja schon genug damit beschäftigt zuzuhören, deine Gliedmaßen in die richtige Position zu bringen und zu atmen. Dabei kommunizierst du die ganze Zeit mit dir selbst. Du übst, einen Sitz (Asana) einzunehmen und trotzdem konstant im Austausch mit dir zu sein. Hast du das schonmal im Büro probiert? Wie bewusst nimmst du deinen Sitz dort ein? Wie bewusst kommunizierst du? Sieh Büroarbeit als Yogaübung. Kannst du dich darauf einlassen? Beobachte was passiert, wenn du im Beruf genauso achtsam deinen Platz einnimmst und mit dir und den anderen so bewusst umgehst wie im Yogastudio. Zuhörst, bevor du die nächsten Schritte gehst. Wahrscheinlich stellt sich mehr Gelassenheit ein und weniger Anfälligkeit für kleine Aufreger. Herrlich.

Oberflächliches Wissen gegen Expertenmeinung – Svadhyaya

Wie oft sprichst du in Halbwissen, ohne die Herkunft deiner Aussage wirklich zu kennen? Svadhyaya bedeutet Selbst-Studium. Während der Asana-Praxis kannst du ein bisschen schummeln und dich teilweise selbst belügen, indem du die Sachen nur halb machst und an der Oberfläche kratzt. Sobald du jedoch wirklich nach innen schaust, dich auf die Praxis einlässt und exakter wirst, kommst du um eins nicht umher: Wiederholung und Kontinuität. Das ermöglicht dir erst, in die Tiefe zu gehen. Ein Gespür für das zu entwickeln, was Yoga für dich bedeuten kann. Auf den Beruf übertragen bedeutet das soviel wie: Kompetenz und Glaubwürdigkeit erlangst du, wenn du ein Thema wirklich durchdringst. Egal welches! Widme dich den Details und geh in die Tiefe!  Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass Yoga nichts für Generalisten ist, die lieber zehn Dinge halb wissen als eins in der Tiefe.

Sagen was man meint und meinen was man sagt

Sagst du auch manchmal “ja” zu Dingen, bei denen du weißt, dass sie nie passieren werden? Oder behauptest, etwas nicht mehr zu tun und sobald die nächste Gelegenheit kommt bist du wieder voll dabei? Die Yogapraxis ist ein guter Ort, um zu überprüfen WARUM du das machst. Du kannst dir hier zwar etwas vormachen, doch es wird dich nicht weiterbringen. Du stellst schnell fest: Wenn du auf deinen Händen balancieren willst, musst du Kraft aufbauen. Das ist unbequem und dauert lang. Warum weichst du aus? Hast du vielleicht einfach nur Angst? Worin liegt diese Angst, wenn du sie auf die andere Situation überträgst? Oft haben wir die gleichen Ängste immer und immer wieder. Angst vor Ablehnung, Versagen, Unsicherheit oder schlichtweg dem Tod. Diese Angst anzuerkennen ist schon mal ein Schritt. Danach kannst du weitergehen und dich in kleinsten Schritten auf dein Ziel zubewegen. Sag nicht gleich, dass du nächsten Monat dein ganzes Leben umstellst – beginne lieber klein. Glaub nicht, dass du mit drei Yogastunden der neue Dylan Werner wirst – aber denke auch nicht “das kann ich auf keinen Fall”. Es dauert Jahre täglichen Übens. Und genau darum geht es: Hingabe und etwas wirklich zu wollen. Alles andere ist Fake. Du wirst merken, es hat mehr Substanz, kleine Dinge zu erreichen und dann mit Kraft den nächsten Step zu wagen. Auf der Matte und außerhalb.

Wie ist es für dich? Hat dir deine Praxis auch schon zu Erkenntnissen über dich verholfen? Im beruflichen Kontext? Hast du ein Thema, das du loswerden willst? Kommentier und komm ins Gespräch!

Der Jumpsuit wurde uns von Yoiqi freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

2 Kommentare

  1. So ein interessanter und tiefgründiger Text Dana! Danke <3

    Mein Lieblingsteil: Ich sage was ich meine und ich meine was ich sage.

  2. Vielen Dank, für diesen tollen Beitrag! Ich habe auch einen Yoga & Lifestyleblog http://www.ganzwunderbar.com der zu meiner ganz persönlichen Herzensangelegenheit geworden ist. Dort schreibe ich, unter anderem, über die ganzwunderbaren Vorteile des Yogas. Kannst gerne auch mal vorbei schauen und dich inspirieren lassen. Ich würde mich freuen <3
    Namaste
    Melanie

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