Das war ich nicht, das war mein Ego! #6: Ich bin geil, oder: die Zweifeldiät

Ich mag meinen Geburtstag. Ich kriege nette Nachrichten und vom Älterwerden habe ich noch nicht so viel mitbekommen. Außer dass ich manchmal mit Schrecken feststelle, wie lange ich meine ältesten Freunde schon kenne, nämlich zwei Drittel meines Lebens. Heute ist aber nicht nur mein Geburtstag. Heute ist Tag eins der Zweifeldiät. Ich nutze die Gunst des Moments, in dem ich auf der Glückwunsch-Gute-Laune-Welle surfe, und finde mich ab sofort geil. Zusammen mit Dana, und zwar noch mindestens für die nächsten 30 Tage. Wie alles begann:

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Muss ich mich wirklich geil finden?

Was hab ich mir da nur wieder eingebrockt. Ich finde mich doch schon ganz gut. Habe meistens nur wenig an meinem Äußeren auszusetzen, finde dass ich Talente habe; ich kann was und kenne meine Grenzen und Herausforderungen, habe Spaß an Veränderung und bin nicht faul. Ich habe tolle Freunde, etc… ja, doch, ich bin liebenswert (wie übrigens jedes Wesen auf der Welt, aber das ist eine andere Geschichte).

Aber bis ich mir zugetraut habe, eine Yogalehrerausbildung zu machen, mussten mich andere mehr als einmal freundlich darauf hinweisen, dass ich das schon packe. Als es neulich in der Yogastunde hieß “Sag dir: Ich bin gut, genau so wie ich bin. Ich bin es wert, geliebt zu werden”, stiegen mir völlig unerwartet die Tränen in die Augen. Und als ich Dana davon erzählte, stiegen mir die Tränen nochmal und noch unerwarteter in die Augen. Ich habe doch nicht etwa Selbstzweifel, oder, Gott bewahre – Minderwertigkeitskomplexe?

Wann hört das auf mit den Zweifeln?

Glücklich sein, das ist doch das Ziel. Aber wann ist man glücklich? Wenn man Bestätigung von außen hat, verheiratet ist, in einer Beziehung, reich, schön? Wenn man morgens aufwacht und weiß, dass man gerade das Richtige tut? Woher weiß man denn überhaupt, dass man das Richtige tut? Und mal ehrlich: Ist Glück überhaupt ein erreichbarer Zustand, oder haben wir nicht immer irgendwas (an uns selbst) auszusetzen? Ist das, was heute für mich Glück ist, morgen auch noch Glück?

So viele offene Fragen und nur eine Sicherheit: dass sich sowieso ständig alles verändert. Deshalb haben Dana und ich beschlossen, mal für 30 Tage eine Zweifeldiät zu machen. Wir gehen einfach davon aus, dass wir in jedem Moment, in dem wir irgendwas tun oder denken, genau so richtig sind, wie wir sind. 30 (plus) Tage ohne Unsicherheit über uns selbst. Der Weg und die Ziele sind schon unsicher genug.

Und wir laden dich auch ein:  

Finde dich geil.

Das klingt jetzt schon ein wenig, hm, arg stark, gebe ich zu. Warum die Wortwahl? Es liegt mir schließlich fern, mich zu benehmen wie ein Ferrarifahrer bei einer Playboyparty, und einen anderweitigen Egotrip habe ich auch nicht vor. Nein: Es geht um Selbstliebe, die übrigens nicht gleichbedeutend ist mit “sich selbst über andere stellen.”

Wenn man sich selber sagt: “Ich bin ganz ok”, dann wird man sich maximal ganz ok finden. Eher nur ok. Wenn man sich sagt: “Ich bin geil!”, dann kommt man vielleicht schon an ein “Ich bin ziemlich toll!” heran. Und das, meine Lieben, ist der erste Schritt, um Entscheidungen zu treffen, Wünsche zu erfüllen, Liebe zu erfahren.

Also: Feiere dich. Finde dich geil. Denn du bist es.

So wie du bist, nicht nur an deinem Geburtstag. Für die nächsten 30 Tage und darüber hinaus. Wie du das machst? Streiche Ausdrücke wie “ich würde ja gerne, aber…”, „ich weiß ja nicht recht…“ oder “das ist meine Schuld” aus deinem Vokabular. Häng dir ein „I <3 me“-Schild an den Spiegel. Triff dich nicht mit der „Freundin“, die dir das Gefühl gibt, so klein mit Hut zu sein. Sei nicht nur halbvoll, sondern sprudle über. Lache so laut du willst, reiße die anderen mit und geh davon aus, dass alle sich mit dir freuen.

#zweifeldiaet: Feiere dich selbst und andere

Und weil zusammen alles viel einfacher geht, würden wir uns freuen, wenn sich noch viel mehr Leute ein bisschen öfter selber feiern und damit auch die, die sie lieb haben. Unser Alltag bietet uns dafür ausreichend Gelegenheiten, wenn wir die Augen öffnen. Also teilt eure persönlichen #zweifeldiaet Momente doch über Instagram mit uns oder schreibt uns.

Mein Glas heute ist voll, und zwar mit Schampus. Happy birthday to me und happy Vollmond, alle zusammen!

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PS: Und wer sich jetzt fragt, was Amelia von Man Repeller noch so an absoluten Wahrheiten und Gesetzen aus den Sternen liest, klickt hier.

7 Kommentare

  1. Bravo, Woooooooooow!!! So ein toller Artikel!!!Ich bin Fan!

    Auch ich habe mich entschieden Nägel mit Köpfen zu machen und gehe(Ganz ohne Angst und Zweifel) nach Indien und mach dort meine Yoga Ausbildung:-)!
    Das Leben ist zu kurz:-)!
    Gruss aus der Schweiz von der Yogafrisörincallcenteragentenkönigin die alles zusammen macht und das genau richtig findet:-)

    • Days of Yoga

      Hallo Vanessa, genau so muss es sein! Ich wünsche dir eine wunderbare, spannende Zeit in Indien!

  2. Pingback: Die Zweifeldiät, Tag 20: eine Zwischenbilanz | Days of Yoga

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